Domain Name System - wie funktioniert DNS?

vom in Tipps und Tricks

Was ist überhaupt DNS?

Was? Biometrischer Fingerabdruck? Nein, wir reden von einem anderen DNS.

Alle Webseiten die Sie im Internet aufrufen können liegen auf diversen Servern auf dieser Welt. Jeder dieser Server besitzt (mindestens) eine sogenannte IP-Adresse. Diese Adresse sieht in etwa so aus: 123.456.789.123. Die verschiedenen Webseiten liegen also auf einem dieser Server mit einer bestimmten Adresse. Nun gab es glücklicherweise jemanden der das DNS erfunden hat, sonst hätten wir ein großes Problem. Jeder von uns müsste sich die IP-Adresse für jede Webseite merken und man würde schnell an die Grenzen seines Gedächtnis kommen. Also – was hat man gemacht? Man hat einfach eine Art “Übersetzung” – das DNS – eingeführt, um uns alle die Arbeit zu erleichtern. Das DNS übersetzt also die eigentliche Domain, zum Beispiel www.meine-domain.de in eine gültige IP-Adresse und ruft diese im Hintergrund auf. Das ganze gibt’s natürlich auch noch andersherum, aber dazu etwas mehr. Letztlich gibt es viele DNS-Server im Netz die diese Übersetzung für uns vornehmen. Diese sind alle hierarchisch angeordnet. Es gibt größere und wiederrum kleinere. Weiß der “Kleine” DNS-Server keine Antwort, weil er z.b. die Domain nicht kennt, fragt dieser einfach den nächsten, solange bis einer (hoffentlich) eine Antwort zu der angefragten Domain kennt.

Die dabei “höchsten” DNS-Server nennt man DNS-Rootserver. Insgesamt gibt es davon 13 Stück, welche von A-M durchnummeriert sind und weltweit verteilt sind.

Praxisbeispiel

Nun – im oberen Absatz haben wir die grundlegende Funktionalität erklärt, aber wie sieht das ganze in der Praxis aus? Dies möchten wir hier anhand eines kleinen Beispiels zeigen.

  1. Ihr Rechner möchte die Domain www.eumedio.de aufrufen. Hierzu sieht er in einer eigenen Hostdatei auf dem Rechner nach und versucht den Eintrag zu finden auf welche IP die Domain www.eumedio.de zeigt. In der Regel wird er dort keinen Eintrag finden.
  2. Nun fragt er den bei sich hinterlegten DNS-Server, ob dieser eventuell eine Antwort auf die Frage hat, zu welcher IP die Domain www.eumedio.de gehört. Hat er eine Antwort, liefert er die IP-Adresse zurück und der Rechner gibt die zugehörige Webseite aus. Fertig! Hat er allerdings keine Antwort auf diese Frage, kommen wir zu Punkt 3.
  3. Da der Rechner keine Antwort bekommen hat, fragt er nun einen der 13 Root-Server. Dieser sieht sich die Top-Level-Domain an (hier .de) und liefert unserem DNS-Server die IP-Adressen und Namen der für .de zuständigen Nameserver zurück.
  4. Anschließend fragt unser DNS-Server nun einen der DNS-Server welche wir zurückbekommen haben, ob dieser einen Eintrag hat und sendet uns wiederrum die IP-Adressen und Namen der zuständigen Nameserver für die von uns aufgerufene Domain www.eumedio.de
  5. Unser DNS-Server fragt nun wiederrum bei diesen Nameservern nach. Diese Nameserver haben die IP zu unserem Domainnamen www.eumedio.de gespeichert und liefert diese zurück.
  6. Fertig – wir haben unsere IP und die Webseite wird entsprechend ausgeliefert.

Welche Konfigurationsmöglichkeiten gibt’s für mein DNS Server?

Hinweis: Die nachfolgenden Informationen beziehen sich nur grundsätzlich auf die Nameserver und dessen Konfiguration von Webhostern. Die Informationen sind zwar auch für eigens betriebene DNS Server gültig, aber die exakte Konfiguration hierzu lassen wir der Einfachkeithalber weg. Zunächst einmal muss man wissen welche mögliche Typen es für die DNS Einstellungen gibt.

Die verschiedenen Typen bzw. Einträge werden Records genannt. Hierbei gibt es folgende Typen:

  • A-Records (Auflösung von Name -> IP) – gilt nur für IPv4
  • PTR-Records (Auflösung von IP -> Name)
  • AAAA-Records (gleiches wie A) – gilt nur für IPv6
  • CNAME-Records (verweist auf einen anderen Namen, praktisch wie ein Alias)
  • MX-Records (weist einen Namen einem Mailserver zu)
  • NS-Records (hierbei wird die Deligierung an einen anderen Nameserver weitergegeben)

Eine Domain auf einem anderen Server nutzen

Um eine Domain, die zum Beispiel bei Deinem Provider registriert ist auf einem anderen Server nutzen zu können, muss eine kleine Änderung vorgenommen werden. Hierzu wollen wir ja die Domain auf einen andern Server lenken. Somit ist für uns der A-Record der Richtige. Wir setzen also einen neuen A-Record.

eumedio.de IN A <meine neue ip>

Wichtig: Nun gilt das ganze nur für die Domain bauerblog.de, jedoch nicht z.b. für www.eumedio.de oder subdomain.eumedio.de. Damit dies auch gilt, können wir einen sogenannten Wildcard Eintrag machen. Wildcards (Platzhalter) werden mit * angegeben.

*.eumedio.de IN A <meine neue ip>

Ergänzender Hinweis: Normalerweise (bei den echten Konfigurationen auf einem entsprechenden echten Nameserver) müssten die Domainnamen noch von einem Punkt gefolgt werden. Aber wie bereits erwähnt, geht es hier lediglich um die Konfiguration bei einem Webhoster und nicht um die tatsächliche Konfiguration von eigenen DNS-Systemen.

Einen eigenen E-Mail Server nutzen

Natürlich können Sie auch einen eigenen E-Mail Server nutzen, obwohl die Domain bei einem anderen Anbieter liegt, vorrausgesetzt Sie haben Zugriff auf die Nameserver-Einstellungen. Bei Nameserver Einstellungen für Mailserver gibt es eine kleine Besonderheit. Zunächst einmal brauchen wir für die Verwendung von Records für Mailserver den Typ MX. Wie schon erwähnt, hat der MX-Eintrag eine Besonderheit. Bei MX-Records kann keine IP-Adresse angegeben werden, sondern es muss zwingend ein Hostname angegeben werden. Aber da Sie bestimmt fleissig aufgepasst haben, könnten Sie das Problem auch selbst lösen :-) Aber hier trotzdem der Vollständigkeithalber die Erklärung:

Nehmen wir an wir möchten als Hostname für unseren Mailserver mail.eumedio.de verwenden und unser Mailserver ist auf der IP-Adresse 123.123.123.123 zu erreichen. Man könnte nun denken, dass man – wie bereits beim A-Record einfach folgendes macht:

mailserver.eumedio.de in MX <prio> 123.123.123.123

Leider falsch gedacht, da wie bereits erwähnt der MX-Record nur Hostnames akzeptiert. Aber wir können uns mit einem zuvor angelegten A-Record behelfen. Und zwar so:

mailserver.eumedio.de in A 123.123.123.123
mail.eumedio.de IN MX <prio> mailserver.eumedio.de

Und schon kann man den Mailserver über mail.eumedio.de nutzen. Das war’s!

Hinweis: Wir haben die Priorität auch hier mal aussen vorgelassen, da diese nicht bei jedem Provider eingestellt werden kann. Sollte dies aber möglich sein, können Sie diese natürlich gerne nutzen. Aber aufgepasst! Je höher die Priorität umso weniger “wichtig” ist der Server. Die geringere Priorität (in Zahlen) hat immer Vorsprung vor dem mit höherer Priorität.

Eigene DNS-Server nutzen

Um komplett eigene DNS-Server nutzen zu können, obwohl die Domain auch hier wieder bei einem anderen Registrar registriert ist, bedienen wir uns dem NS-Record. Es kann sein, dass Dein Provider diesen Record nicht zulässt. Zumindest tun das die meisten Provider meines Wissens nach nicht. Aber sei’s drum, auch hier ein Beispiel, damit’s vollständig ist. Nehmen wir an, wir haben eigene DNS-Server welche unter 222.222.222.222 und 111.111.111.111 erreichbar sind. Also behelfen wir uns einfach mit 2 einfachen Einträgen.

ns1.eumedio.de in NS 222.222.222.222
ns2.eumedio.de in NS 111.111.111.111

Und nun können wir alle Einstellungen unseres DNS-Server in unserem eigenen Server vornehmen.

Einen Alias nutzen

Haben wir bereits schonmal einen A-Record erstellt (in diesem Fall subdomain.eumedio.de) und wir möchten noch weitere-subdomain.eumedio.de hinzufügen, können wir entweder einen weiteren A-Record anlegen oder aber einfach einen CNAME-Record verwenden, der wiederrum auf den ersten A-Record zeigt. Auch hier, ein kleines Beispiel:

subdomain.eumedio.de in A 123.123.123.123
weitere-subdomain.eumedio.de in CNAME subdomain.eumedio.de

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